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Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou

Blogged in Allgemein by Adrian · 12. Januar 2011, 08:46

Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou
Tag 8: Marrakesch - Plage Aglou
Heute wollten wir zum ersten Mal die offizielle Roadbook-Strecke fahren. Unser ursprünglicher Plan war es eigentlich, auch durch den Antiatlas zu fahren. Aufgrund unseres unfreiwilligen Zwischenstops bei Ismail und dem Defekt an Cobra I, mussten wir jedoch die dringend anstehenden Wartungsarbeiten am Morgen durchführen. Diese Zeit fehlte uns nun für den Antiatlas-Umweg.
Da wir ja erst im Dunkeln angekommen waren, hatten wir auch nicht mitbekommen, dass der Campingplatz von Pfauen bevölkert wurde.
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Da guckt man schon ziemlich dumm, wenn man halb verschlafen den Reißverschluss vom Zelt öffnet und unversehens so einem Vogel in die Augen blickt.
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Während die anderen beiden noch ein wenig schlummerten, schaute ich schon mal nach Cobra I.
Nächster Stopp auf meiner Werkstatthandbuch-Checkliste war der Temperaturfühler, welcher den Lüfter bei Bedarf zuschaltet. Kaum hatte ich mir das Teil auf dem Papier angeschaut und einen Blick auf die Stelle im Motorraum geworfen, war der Defekt offensichtlich.
Lediglich ein abgebrochener Stummel ragte noch aus dem Motorblock. Der Rest des Schalters baumelte lose am Kabel.
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Anscheinend war er das erste Opfer der afrikanischen Buckelpisten. Allerdings hatten die auch heilende Wirkung! Die ursprünglich defekte Zentralverriegelung von Cobra II funktionierte plötzlich wieder!
Zum Glück war der Reststummel des Schalters so abgebrochen, dass er noch dicht hielt und kein Kühlwasser austrat. So war die Reparatur einfach.
Der Lüfter hat Dauer-Plus und bekommt Masse über besagten Temperaturschalter. Ich habe dann einfach die sterblichen Überreste des Schalters vom Kabel abgetrennt und es unter eine Masseschraube am Motorblock getüddelt.
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Damit lief der Lüfter nun dauerhaft. Er hielt das übrigens klaglos bis Gambia durch.
Wir checkten auch alle Flüssigkeiten und ich zog die Schrauben unserer Unterfahrschutze nach.
Das Blumenbeet leistete mir gute Hilfe.
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Außerdem machten wir die Luftansaugstutzen mit Strumpfhosen wüstentauglich.
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Das feine Gewebe verhindert, dass Sand und grober Staub seinen Weg in den Luftfilter findet und diesen zusetzt. Hat spitzenmäßig funktioniert. Während andere Teams mit dem Inhalt ihrer Luftfilter Sandkuchen backen konnten, waren bei uns nur ein paar Krümel drin.
In der Zwischenzeit war auch der Rest der Truppe erwacht und hatte gefrühstückt. Als die anderen endlich abfahrbereit waren, waren wir die letzten Teams auf dem Zeltplatz.
Unser Weg führte uns nun statt in die Berge zum Meer hin. Hier war es auch, dass die Strecke erstmals nach Wüste aussah.
Kein Baum, so weit das Auge reicht:
First Glimpse Of Desert
Und vor uns eine Straße, wie mit dem Lineal zum Horizont gezogen:
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Am Meer schauten wir uns die „weiße Stadt“ Essaouira an und schmierten uns am Strand Fladenbrote zum Mittag. Sorenski vom Team „Elke Pohn“ fand dort in einem lokalen Sonnenbrillenverkäufer einen neuen Freund von dem er sich (zu unser aller Erheiterung) nur schwer wieder trennen konnte.
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Später hielten wir noch bei einer Frauen-Kooperative, welche in Handarbeit verschiedene Produkte aus den Früchten des Arganbaumes herstellten.
Das Arganöl war sehr würzig-nussig und ganz anders als Olivenöl. Die Nussbutter war ein Gedicht! Zu den angebotenen Kosmetikprodukten kann ich nix sagen. Allerdings war Antje nicht sehr beeindruckt. So lecker die Sachen aber auch waren und so nett die Dame uns auch alles dort zeigte und erklärte: Die Preise waren saftig! Ein kleines 200-gr-Döschen Nussbutter sollte z. B. 100 Dirham (ca. 10 €) kosten. So sind wohl die Preise, wenn man zur Herstellung eines Liter Öls 30 kg Früchte braucht und selbst das Mahlen und Pressen in Handarbeit geschieht.
Coopérative Féminine Tiguemine Argane
Danach sind wir weiter Richtung Nachtlager gefahren – unterbrochen von einem Tankstopp in Agadir und einem Fotostopp bei Sonnenuntergang an einer atemberaubenden Klippe 300 Meter über dem Meeresspiegel.
Sunset Above The Ocean

Above The Atlantic Ocean
Natürlich kamen wir wieder erst im Dunklen an.
Da Plage Aglou direkt am Meer liegt, war der Wind recht stark.
Es trat auch ein sehr interessantes Phänomen auf: Der Wind dreht dauernd seine Richtung und damit änderte sich auch schlagartig die Umgebungstemperatur. Kam der Wind vom Meer griff man leicht fröstelnd zum Pulli. Kurze Zeit später kam er wieder vom Land und es war im Pulli zu warm… sehr strange.
Um unsere Zelte gegen den starken Wind zu schützen, bauten wir wieder eine Wagenburg aus den Autos.
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Ich krabbelte dann auch bald in meinen Schlafsack. Antje und Tobias schlenderten noch etwas über den Platz zu den anderen aus unserem Tross. Atze kam bei der Gelegenheit auf die Idee, ein Foto, dass Antje vom Team Øltanker geschossen hatte, anzuschauen. Daher gingen die beiden zu den Orgas, wo eine Reporterin von AUTO MUTTI MOTOR und SPORT gerade dabei war auf ihrem Laptop die Fotos der letzten 8 Tage zu sichten und einen kurzen Zwischenbericht zu schreiben. Als die Reporterin das Bild sah, war sie ganz begeistert und fragte, ob sie es für ihren Bericht verwenden dürfte. Dagegen hatte Antje natürlich nichts. Vielleicht hat es ja durch Zufall einer von euch in der passenden Ausgabe gesehen:
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Nach ein wenig Plauschen mit dem Rest vom Tross gingen Tobias und Antje dann auch ins Bett.
Da der Wind während der Nacht immer mehr an Stärke zu nahm und auch seine vorherrschende Richtung änderte, so dass unsere Eier keinen Schutz mehr boten, fing Tobias und mein Zelt an im Wind zu knattern und wurde auf uns herunter gedrückt. Gegen 2:30 Uhr war es dann so arg, dass wir aufstehen und das Zelt mit der spitzen Seite in den Wind drehen mussten. Das linderte die Auswirkungen des Windes und wir schliefen wieder mit dem Tosen der Brandung ein.

Tag 4 : Amposta – Torremolinos

Blogged in Allgemein by Adrian · 10. April 2010, 19:26

Tag 4 : Amposta – Torremolinos 820 km
Tag 4: Amposta - Torremolinos
Im Gegensatz zu gestern schafften wir es endlich einmal pünktlich um 7 Uhr los. Tobias und Antje hatten mich für die Nacht auf das Beistellbettchen verbannt. Weiterhin hatten die beiden Frischluftnazis darauf bestanden, dass die Balkontür die Nacht über sperrangelweit offen stehen musste. Natürlich genau neben meinem Bett…
Da dem gemeinen Iberer das Prinzip der Bettdecke leider unbekannt ist, durfte ich die Nacht zitternd und frierend verbringen. Dementsprechend fröstelig war auch meine Laune am Morgen.
Die Fahrt den Tag über war aber zum Glück recht ereignislos.
Ab und zu sahen wir einen Stier, die waren jedoch harmlos:
Osborne Bull

Die Eier hielten sich wacker und nahmen auch Dauertempo 120 nicht übel.
Driving Along

Morgens fuhren wir durch Orangen-, Zitronen- und Olivenhaine. Leider hatten wir zum pflücken keine Zeit/Gelegenheit. Am Nachmittag erreichten wir auf ca. 1300 m ü. N. N. die Sierra Nevada. Das Thermometer in Cobra II zeigte mittlerweile angenehme 32 °C. Die Sierra Nevada präsentierte sich uns als endlose Einöde aus erodiertem Fels und vereinzelten Kakteen. Hindurch zog sich für hunderte Kilometer das flimmernde Asphaltband. Hätte von hinten ein Ford Falcon aufgeschlossen, es hätte uns nicht gewundert.
Als Highlight trafen wir dort oben auf einen Kamerawagen von Google Street View:
Google Street View

Wir begleiteten den Wagen für einige Kilometer in der Hoffnung, dass die Eier so für immer einen Platz im Netz finden würden. Bisher sind die Bilder aber leider noch nicht online. Hier die Stelle:

Größere Kartenansicht
Nach 11,5 Stunden kamen wir (ausnahmsweise noch vor Sonnenuntergang!) in Torremolinos an. Die Suche nach unserem Hotel gestaltete sich, wie so oft, schwierig.
Die Strapazen des Tages vergaßen wir aber schnell als wir genüsslich mit Dosenbier und Sternenhimmel am Strand saßen:
Am Strand von Torremolinos
Herrlich!
Für’s Protokoll: Ich konnte auch den ersten Sonnenbrand der Reise verbuchen.

Abschied aus Osnabrück

Blogged in Allgemein by Adrian · 5. Januar 2010, 12:20

So, dann will ich endlich mal mit der Aufarbeitung meines Papier-Rallye-Tagebuchs anfangen!
Da das Tagebuch sehr persönliche Eindrücke enthält und nur meinen äußerst subjektiven Eindruck von unserem Abenteuer beschreibt, habe ich beschlossen die Artikel parallel im Volltext in meinem privaten Blog und unserem offiziellen Road to Banjul-Blog zu veröffentlichen. So ist allen hoffentlich geholfen.

Es geht los mit unserem Abschied aus Osnabrück. Herr Fehrmann hatte noch einen Pressetermin organisiert, auf dem unsere beiden Boliden für die Neue Osnabrücker Zeitung abgelichtet wurden:

Leider erschien der Artikel, als wir schon unterwegs waren. Ich konnte ihn daher noch nicht lesen.
Anschließend machten wir noch unsere eigenen Abschiedsfotos auf einer nahen Wiese:


Danach setzten wir Antje bei ihrer WG ab und fuhren weiter zu mir um die letzten Sachen zu packen. Nach ca. einer Stunde rief Antje an, dass wir ihre Sachen abholen könnten. Sie selbst würde in einigen Tagen mit dem Zug nachkommen.
Auf dem Weg nach Hause konnten wir erstmals mit beiden Eiern im Synchronflug über die Autobahn ziehen. Schon nen cooles Gefühl!
Tobias hatte Tage vorher noch schnell ein Lidl-Angebot wahrgenommen und kleine CB-Handfunken gekauft, die auch hier zum ersten Mal zeigen konnten, was sie drauf haben. Die Dinger waren im Nachhinein Gold wert und haben sich auf unserer Reise sehr bezahlt gemacht! Die beschränkte Reichweite war nie ein Problem. Selbst als wir durch die Serpentinen des Atlasgebirges gehuscht sind, waren wir nur selten außerhalb ihrer Reichweite. Zuhause angekommen quartierten wir uns für die nächsten Tage ein und setzten uns zusammen um zu überlegen, was noch zu erledigen sei:

  • Unterfahrschutze bauen
  • Nahrungsmittel einkaufen
  • packen

An sich ne kurze Liste. Sie sollte es aber trotzdem in sich haben!

Cobra I in guten Händen

Blogged in Allgemein by Adrian · 12. September 2009, 10:18

Vorgestern habe ich, wie besprochen, Cobra I bei Auto Fehrmann abgeliefert, die sich in der nächsten Zeit um den Wagen kümmern wollen, damit er fit für die 7500 km nach Banjul ist:

Keine Angst, Kleiner! Die wissen, was sie tun!
Wenn ich den Wagen abholen kann, will ich auch mal mit dem Werkstattmeister durchsprechen, was er von meinen geplanten Modifikationen hält.

Rallyefahrzeug für Cobra II?

Blogged in Allgemein by Adrian · 17. August 2009, 19:55

Heute hab ich mal eine kleine Radtour ins Osnabrücker Umland gemacht, um mir einen 121 zu besehen, welcher als Einsatzfahrzeug für Marlen und mich in Betracht kommt.
Ich war mal wieder erstaunt, welche Wege Google Maps kennt:

Und das war noch der bessere Teil des Weges…
Der Wagen selbst hat als großen Vorteil, die selbe Farbe, wie die braune Cobra II:

Weiterhin fühlt sich seine Kupplung wesentlich besser an, als die von Cobra II. Trotz 170.000 km springt er sofort an und läuft rund. Nach der Aufwärmphase fällt die Leerlaufdrehzahl von 2000 U/min auf 1000, was auch ok ist. Übermäßiger Lebenssaftverlust war nicht ersichtlich. TÜV und AU bis 5/2010. Außerdem gibt’s nagelneue Winterreifen (brauchen wir ja für die Wüste) sowie eine neue Batterie mit dazu und der Preis liegt in der Nähe von 350€. Klingt sehr verlockend.
Auf der Negativliste stehen dafür auch gewichtige Dinge:
Gerissenes Faltdach: selbiges lässt sich nur noch nach vorne öffnen und weist reichlich Kampfspuren auf.
Größter Bangepunkt ist aber der wesentlich stärkere Rost als bei Cobra II! Besonders vor diesem Loch habe ich Angst:


Wie ihr seht, stützt sich dort die Hinterachse ab. Ich hab nun Bedenken, dass die Aufhängung den afrikanischen Buckelpisten eventuell nicht mehr gewachsen ist und wir dort ein Rad bzw. die Hinterachse verlieren…
Ich werde da mal verschiedene Meinungen einholen. Eventuell kann man das einfach zubraten.

Erster Check bei Cobra II

Blogged in Allgemein by Adrian · 11. August 2009, 18:27

Am vergangenen Wochenende hatten Tobias und ich endlich mal Zeit, uns das Einsatzfahrzeug von Cobra II näher anzusehen:

Neben den obligaten Arbeiten, wie Öl und Kühlwasser checken, haben wir auch die Batterie aufgefüllt und über Nacht ans Ladegerät gehangen. Der Innenraum bekam eine gründliche Reinigung bei der der unsägliche Erdbeer-Duftbaum zusammen mit alten Kaubonbons und Keksresten in die Tonne flog. Auch die Gleitschienen des Falt-Schiebedachs reinigte Tobias gründlich und die Türscharniere bekamen dringend nötiges Fett. Die vordere Stoßstange und der Kühlergrill scheinen mal einen abbekommen und dabei einige ihrer Halteclipse eingebüßt zu haben. Diese wurden durch Blechschrauben und Unterlegscheiben ersetzt, was dem Ganzen nun wieder bombenfesten Halt verleiht.
Nachdem dies geschehen war, konnten wir uns der Unterseite zuwenden:

Hier gingen wir ein paar Ölflecken auf dem Pflaster und einer kleinen, nach Fisch riechenden Pfütze auf die Spur.
Das Öl kommt aus Richtung Getriebe. Die Fischsuppe scheint Kühlwasser zu sein (zumindest riecht das auch nach Fisch). Mal sehen, was wir da unternehmen. Es ist beides nicht viel, aber stören tut es Tobias schon.
Sehr positiv überrascht waren wir von dem serienmäßigen Ölwannenschutz, welcher anscheinend bei Mazda verbaut wurde:


Das würde die Montage eines separaten Unterfahrschutzes eigentlich überflüssig machen. Allerdings sitzen auch zwei Motorlager auf diesem Blech (die kleinen Schrauben/Muttern auf dem Bild). Die dürften das schon ziemlich übel nehmen, wenn wir damit irgendwo hängen bleiben.
Mal sehen, ob wir da noch ein zweites Blech drunter setzen. Mit den dicken Bolzen, an denen das Original-Blech aufgehängt ist, dürfte das nicht so schwierig werden. Vielleicht decken wir damit dann noch ein bisschen mehr ab.
Auch mit dem Auspuff überlegen wir noch ein wenig hin und her. Den hat sich ein Großteil der vorherigen Rallye-Fahrzeuge in der Wüste abgerissen. Ein bisschen Platz wäre noch im Kardantunnel (welcher eigentlich diese Bezeichnung ohne Heckantrieb nicht mehr verdient…). Vielleicht hängen wir ihn ein paar Zentimeter höher.
Leider nimmt sich im Mazda-Forum niemand unserer Anfragen an. Alles nur tiefer-härter-breiter da…*tststs*

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